Stockholm Design Week

Stockholm Design Week

Gerade ist in Skandinavien die wichtigste Design-Woche des Jahres zu Ende gegangen: die Stockholm Design Week mit der Stockholm Furniture & Light Fair (4. bis 9. Februar 2019).


Die Möbelmesse hat eine lange Tradition. Bereits 1951 fand die erste Furniture Fair in Stockholm statt. Seitdem hat die Messe immer mehr an Bedeutung gewonnen. Heute ist die Stockholm Furniture und Light Fair neben dem Salone del Mobile in Mailand die wichtigste internationale Designmesse. Hier treffen sich alle, die die faszinierende Welt des Einrichtens lieben, um sich über Neuigkeiten und Trends zu informieren.

Der britische Designer Tom Dixon zeigte seine neuen Möbel und Leuchten in Stockholm.

Die Stockholm Furniture & Light Fair zieht jedes Jahr 40 000 Besucher an. Darunter Einkäufer, Architekten, Designer und Journalisten aus 100 verschiedenen Ländern. Rund 700 Aussteller präsentieren auf 70 000 Quadratmetern ihre neuen Möbel, Leuchten, Accessoires und Stoffe für private und öffentliche Räume. Das Besondere: Rund 80 Prozent der Aussteller kommen aus Skandinavien - neben Schweden aus Dänemark, Finnland und Norwegen.
Von Dienstag bis Freitag ist die Messe dem Fachpublikum vorbehalten. Am letzten Tag öffnen sich die Türen für die Öffentlichkeit.

Ohrensessel erleben ein Revival: Hier die Kollektion von Tom Dixon, die auch in Stockholm zu sehen war.

Die Renaissance von Holz

Einer der bedeutendsten Interior- und Design-Trends: Holz erlebt ein großes Comeback. Jede Menge Kiefer und Fichte war auf der Stockholm Furniture and Light Fair zu sehen.
Bestes Beispiel: das Architekten- und Designerduo Neri & Hu. Die beiden Gestalter aus China waren Ehrengäste auf der Stockholmer Messe. Für ihre Messe-Installation von aneinandergereihten Ausstellungshäusern hatten sie sechs Kilometer Kiefer aus den Wäldern des schwedischen Värmlands verbaut.

Auch die Design Bar, Treffpunkt und Restaurant der Messe, die in diesem Jahr das norwegische Designstudio Anderssen & Voll kreierte, war eine Hommage an die heimischen Hölzer Kiefer und Fichte.

„Holz ist ein fantastisches Material, es wächst hier im Norden, Holz ist lebendig und riecht gut. Außerdem hat Holz eine natürliche Wärme und lässt sich leicht verarbeiten. Mit der Design Bar wollten wir eine Wohlfühl-Oase schaffen, in der sich die Gäste näher kommen. Mit dem Werkstoff Holz war all das möglich“, erläutert Torbjørn Anderssen seine Idee für die Design Bar.


Die Design Bar haben die Norweger Anderssen & Voll aus Kiefer und Fichte konstruiert. Um den natürlichen Charakter zu betonen, ergänzten sie zwei Bäume.

Björn Nordin von der Partner-Firma der Messe Swedish Wood: „Es ist macht viel Spaß zu sehen, wie die Designer Holz einsetzen und aufwerten. Sowohl Kiefer als auch Fichte sind vielseitige und ästhetische Materialien, mit denen man wunderschöne und inspirierende Umgebungen schaffen kann. Das beweist die Stockholm Furniture & Light Fair ganz eindeutig.“ 

Diversität und Bewusstsein im Greenhouse

Die Präsentation der Nachwuchsdesigner ist ein wichtiger Bestandteil der Stockholm Messe. Sie zeigen ihre Arbeiten im Greenhouse.

In diesem Jahr hat sich die Jury für 37 Designer bzw. Designgruppen und 29 Designschulen aus 21 Ländern entschieden. Darunter Kajsa Melchior Eriksson, Begüm Cana Özgür and Nikolaj Thrane Carlsen.

Kajsa Melchior Eriksson macht gerade ihren Master am Stockholmer Arts, Crafts and Design College. Im Greenhouse zeigte sie Skulpturen aus Sand, die für sie ein Hybrid zwischen Möbel und Form sind. „Ich möchte damit das Interesse für Natur und natürliche Prozesse wecken und unsere Sicht von Form und Funktion in Frage stellen“, sagt Kajsa.

Begüm Cana Özgür ist Interior-Designerin aus Istanbul. Sie zeigte textile Arbeiten, die Interpretationen des lokalen türkischen Handwerks darstellen. Das Besondere: Die Produkte sind eine Gemeinschaftsarbeit von türkischen Frauen aus Harran und von syrischen Frauen, die in Harran im Flüchtlingslager leben. „Die Arbeiten betonen die Rolle von Design in Zeiten der sozialen Wende“, so Begüm.


Der Däne Nikolaj Thrane Carlsen zeigte im Greenhouse seinen nachhaltigen Armlehnstühl aus Seegras.

Nikolaj Thrane Carlsen kommt aus Kopenhagen. 2017 graduierte er von der Royal Danish Academy of Fine Arts in Copenhagen. Der Däne hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Mit der Firma TangForm kreiert er zum Beispiel Stühle aus Seegras, die komplett biologisch abbaubar sind. „Kreislaufwirtschaft steht bei meinen Entwürfen im Fokus“, sagt Nikolaj.

Born Classic Award 2019

Die Stockholm Furniture & Light Fair hat eine neue prestigeträchtige Auszeichnung ins Leben gerufen: den Born Classic Award, der an einen skandinavischen Designer oder Produzenten verliehen werden soll. „Es gibt sehr gutes Design, das heute in Skandinavien entworfen wird. Design, das qualitativ hochwertig ist, langlebig und innovativ. Mit dem Designpreis wollen wir das unterstützen und Aufmerksamkeit erregen“, sagt Cecilia Nyberg, Projektmanagerin der Stockholm Design Week. „Wir freuen uns besonders darüber, dass Bukowskis die Jury stellt.“ Bukowskis in Stockholm ist das größte Auktionshaus im Norden.

Nominiert wurden fünf Projekte. Der Gewinner des Design Award Born Classic 2019 ist Mirror - ein Spiegel, der von Swedese produziert wird und von Front entworfen wurde. „Mirror wurde aus recyceltem Material hergestellt, er hat skulpturale Qualität und einen starken Charakter. Er wird nur in limitierter Auflage hergestellt, hat Potenzial zum Klassiker und Sammlerstück“, so die Begründung der Bukowskis-Jury zur Nominierung.



Fotos: Mathias Nero und Gustav Kaiser/Stockholm Mässan, Norrlands Trä, Tom Dixon, Bent Hansen, Begüm Cana Özgür

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